Vom Sommer 1913 bis zum Sommer 1914 arbeitete Husserl zun chst an der Umarbeitung und dann an einer v lligen Neufassung der VI. Logischen Untersuchung. Im vorliegenden ersten Teil einer zweib ndigen Ausgabe gelangen die im Nachlass erhaltenen Entw rfe zur Umarbeitung der VI. Untersuchung aus dem Sommer 1913 zur Ver ffentlichung. Diese Entw rfe lagen zum Teil bereits in Druckproben bzw. Druckfahnen vor, die Husserl dann erneut intensiv berarbeitet und handschriftlich erweitert hat. Nach dem Erscheinen der Ideen I im April 1913 war es nicht nur Husserls Absicht, die VI. Untersuchung seinem neuen methodologischen Standpunkt anzupassen, sondern auch seine langj hrigen und weitverzweigten aktph nomenologischen Forschungen, vor allem seine Analysen der Wahrnehmung, der Phantasie und der Aktmodalit ten sowie seine urteilstheoretischen Analysen in den Text einfliessen zu lassen. Der Versuch einer Umarbeitung der VI. Untersuchung erfolgte im Hinblick auf die Neuausgabe der Logischen Untersuchungen im Herbst 1913. Dieser Neuausgabe wollte Husserl eine l ngere Vorrede voranstellen. Die im Nachlass erhaltenen Bruchst cke von zwei im September 1913 entstandenen Entw rfen dieser Vorrede erg nzen die hier ver ffentlichten Umarbeitungsentw rfe.
Das historische Buch können zahlreiche Rechtschreibfehler, fehlende Texte, Bilder, oder einen Index. Käufer können eine kostenlose gescannte Kopie des Originals (ohne Tippfehler) durch den Verlag. 1908. Nicht dargestellt. Auszug: ... unmittelbarer Funktion das psychische Leben des Sprechenden kund; sie haben primär die Intention, mittelbar entsprechende psychische Zustände im Hörer zu erwecken und diese Funktion und weiterhin auch den Inhalt jener zu erweckenden seelischen Zustände nennen wir ihre Bedeutung.1) Aber indem man ein Bedeuten in diesem objektiven Sinne lehrt, ist durchaus nicht behauptet, daß dem sinnvollen Sprechen eine zeitlos oder „ideal" existierende Welt „von Bedeutungen an sich" gegenüberstehe. Nicht jeder Inhalt, der mit Recht als Bedeutung eines autosemantischen sprachlichen Zeichens gilt, vielmehr nur das von einer wahren Aussage Bedeutete (der Inhalt der richtigen Urteile) hat „Wahrheit", d. h. eine Stelle unter dem Seienden und zwar, wie alles Seiende, eine zeitliche (wenn auch nicht bloß zeitweilige). Sonst kann man nur sagen, daß das psychische Phänomen, welches zu erwecken die primäre Intention und Bedeutung des Sprachmittels ist, einen Inhalt habe, welcher ebenfalls das Bedeutete heißen mag, und dieses „einen Inhalt haben" ist, wie früher erörtert wurde, dann nicht etwas, was den Charakter einer Korrelation, sondern nur den einer relativen Bestimmung besitzt. § 120. Wie ich die Lehre von einer zeitlosen Existenz von „Bedeutungen an sich" ablehnen muß, so kann ich auch der nicht beistimmen, welche im Bedeuten einen besonderen „neuartigen Akt" sähe, und ebenso derjenigen, wonach der „bedeutunggebende oder -verleihende Akt" oder der Akt, „in dem sich das Bedeuten vollzieht", mit den zugehörigen Zeichen zu einer „deskriptiven oder phänomenalen Einheit" „verschmölze".2) Auch zum aktuellen...